Programm: Jessica Arseneau, Virtuelle Kunstausstellung

Jessica Arseneau, „Diachronic“ – Virtuelle Kunstausstellung
forma Leipzig Jubiläumsfestival 2021 – Premiere: 6. Mai 2021
Trailer (YouTube): https://youtu.be/hwA9VUNXBck
Virtuelle Kunstausstellung: https://hubs.mozilla.com/Av6YMPi/diachronic/

 Ursprünglich angedacht war von Künstlerin und Initiator:innen eine Installation am Konzertort. Mit der Verlegung des diesjährigen forma 10+1 Jubiläumsfestival in den virtuellen Raum stellte sich auch Jessica Arseneau um und entwickelte neu. Entstanden aus ihren Überlegungen ist nun ein Treffpunkt, gleichzeitig Ausstellung, Pausenort, Weinerei, Spielplatz Über schnell geschaffene Avatare zeigt sich die Anwesenheit anderer Ausstellungsbesucher:innen, wie sie vor den fünf tableaux vivants der Künstlerin, den Videos der Körper im Stillstand, in dem von ihr gestalteten Raum verweilen. Selbst Gespräche, Austausch und Interaktion zwischen den Festivalteilnehmer:innen sind so (technisch) möglich. Die virtuelle Kunstausstellung von Jessica Arseneau bleibt während des gesamten Festivals geöffnet.  

Sich begegnen, die Bilder, die Musik wirken lassen, nur von Neugier und Sinnerfahrung geleitet durch eine Ausstellung zu wandeln… Soll eine Verbindung zwischen Werk und Betrachtenden, von Künstler:innen zu Kuratierenden entstehen, so scheint die reale Ortsbegehung, die tatsächliche Anwesenheit des Ausgestellten unumgänglich. Dank der ihr innenwohnenden Sprengkraft für Vorgaben hat Kunst das Potenzial, neue Räume zu eröffnen, wo man zuvor an Mauern stieß. 

Diachronic ist die virtuelle Ausstellung der multimedialen Künstlerin Jessica Arseneau. Ursprünglich angedacht war eine Installation am Konzertort. Mit der Verlegung des diesjährigen forma 10+1 Jubiläumsfestival in den virtuellen Raum stellte sich Jessica Arseneau um, entwickelte neu, kuratierte selbst. In ihrer Ausstellung bezog diesmal nicht sie den Raum, der Raum bezieht sie mit ein, kann verwaltet, verändert und gestaltet werden. Aus ihrer Arbeit entstand ein digitaler Treffpunkt, gleichzeitig Ausstellung, Pausenort, Weinerei, Spielplatz… virtuell betretbar über schnell geschaffene Avatare, durch welche auch die Anwesenheit anderer Ausstellungsbesucher:innen sichtbar wird. Selbst Gespräche, Austausch und Interaktion zwischen den Festivalteilnehmer:innen sind so (technisch) möglich.  

Fünf tableaux vivants, den von Arseneau erstellten lebendigen Bildern, Videos von Körpern im Stillstand, kann man sich an diesem Ort der der Distanz, der Begegnung, der Nacht selbstbestimmt (an)nähern. Die fünf stehenden Videoinstallationen eint ein Leitbild: Insomnia, Schlafstörung. Blaues Licht vereitelt den Schlaf. Tageslichtlampen ersetzen die Sonne. Hundertprozentige Erreichbarkeit. Was geschieht, wenn die Nacht schlaflos endet? Wie kann man träumen, ohne zu schlafen. Der Tagtraum als versteckte Sprache des Unterbewusstseins? Von Papier verdeckte Gesichter. Halb versteckte Worte geben Antworten auf im Traum erforschte Fragen.  

„If it is true that we have become proletarians of the limelight, then we need a politics of the invisible.“ 

– Luis de Miranda, Being & Neonness 

Technischer Hinweis: Bitte Firefox oder Google Chrome verwenden. Falls es Probleme mit den Medien in der virtuellen Ausstellung gibt („Broken Media Link“), sollte das Anti-Virus-Programm übergangsweise deaktiviert werden.

Jessica Arseneau, in Kanada geboren, hat einen Bachelor of Visual Arts der Université de Moncton und ein Diplom in Medienkunst der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, welche sie beide mit Auszeichnung bestand. Zu ihren Einzelausstellungen gehören The Screen Under My Eylids im Helmut, Leipzig, Nothing but a Constant Glow im Spinnerei archiv massiv, Leipzig (2020) und Lost Idyll in der Galerie d’art Louise-et-Reuben-Cohen, Moncton, Kanada (2016). Sie stellte außerdem in der Galerie Sans Nom, Moncton, Kanada, Darling Foundry, Montreal, Kanada, Eastern Bloc, Montreal, im BronxArtSpace, New York, beim Agora Collective, Berlin, Traverse Vidéo, Toulouse, Frankreich, in der Friche la Belle de Mai, Marseille, Frankreich und im D21 Kunstraum, Leipzig aus.