Programm: James Aylward, Fagott

Rezital James Aylward, Fagott
forma Leipzig Jubiläumsfestival 2021 auf YouTube – Premiere: 8. Mai 2021, 20 Uhr
https://youtu.be/9BeJrs2VRug


PROGRAMM:

Chris Dench Arcanabula (2021) für Fagott, Uraufführung
Milica Djordjevic Nailing Clouds (2019) für Fagott
Sascha Janko Dragicevic Autogamie (2005) für Fagott und Elektronik
Jacques Zafra Doji (2021) für Fagott und Elektronik, Uraufführung
Adrian Kleinlosen Jazz: Fetzen op. 3b (2015-16/2018) für Fagott und Elektronik

 James Aylward, Fagott 


Der australische Fagottist James Aylward widmet sich in seinem Beitrag zum diesjährigen forma 10+1 Jubiläumsfestival fünf Werken für Solo Fagott, teilweise erweitert durch Elektronik. Eintönig könnte man meinen. Dem virtuosen Spieler gelingt es jedoch, auch durch die vielseitigen Vorlagen der fünf Komponist:innen dem so selten solistisch verwendeten Instrument ein breites Klangspektrum zu entlocken. Die meisten der hier vorgestellten Werke besitzen dabei einen persönlichen Bezug zum Interpreten, seinen individuellen Spieltechniken und Fähigkeiten.  

 This program is foremost a demonstration of bassoon virtuosity. All the pieces are very difficult but each in a different way, showcasing many elements of my playing and personality (James Aylward)

 Dieses Programm ist in erster Linie eine Demonstration der virtuosen Fähigkeiten des Fagotts.  Alle Stücke sind auf ihre Art und Weise sehr anspruchsvoll und zeigen viele Facetten meines Spiels und meiner künstlerischen Persönlichkeit.” 

 Chris Dench Arcanabula (2021) für Fagott (15′), Uraufführung 

Er beginnt mit einem für ihn geschriebenen Werk des etablierten britischen Komponisten Chris Dench. Dessen Neukomposition Arcanabula spielt mit einem tonreichen, bewegten Anfang, der in einen langsameren, vierteltonergänzten Mittelteil übergeht und es dem Fagottisten ermöglicht, verschiedene Spiel- und Anblastechniken anzuspielen. Den bewegten Beginn des Stückes weit hinter sich lassend entwickelt es sich zu einer ruhigeren, leiseren Elegie, dabei den vollen Tonumfang des Fagotts ausschöpfend, gelegentlich durchbrochen von schnellen Notenkaskaden. Besonders eindrucksvoll das anklagende Schlusslamento, gerahmt von zwei langen Tönen an beiden Enden der Notenskala, die dem Instrument obertonreiche Tonflächen entlocken. Über den Titel des Stücks schreibt der Komponist:  

When pondering a title, and thence character, for the new bassoon piece I had agreed to write for my friend James Aylward, in a moment of caprice I coined the term ‘arcanabula’ by analogy with incunabula, and imagined the work as a mosaic of fragments. I was not particularly surprised when this amusing word turned out to already exist (its archaic neuter plural ending having seemingly become a feminine singular):  

 “An Arcanabula, sometimes known as an orizon, is the term used for a wizard’s working spellbook; often a hodgepodge of spells (including some that were unusable by the author) and research notes for both the completed spells therein and for spell concepts still in progress. … An arcanabula differs in concept from a travelling spellbook in that the latter is generally a distilled copy of one or more arcanabulae, lacking the research notes for the sake of compactness, though most travelling spellbooks with blank pages remaining almost inevitably become arcanabulae”.  (Chris Dench)

 „Als ich über einen Titel und damit über den Charakter des neuen Fagottstücks nachdachte, welches ich für meinen Freund James Aylward schreiben sollte, kreierte ich aus einer Laune heraus den Begriff ‚Arkanabula‚ in Analogie zu Inkunabeln und stellte mir das Werk als ein Mosaik aus Fragmenten vor. Ich war nicht sonderlich überrascht, als sich herausstellte, dass dieses amüsante Wort bereits existierte (seine archaische Neutrum-Plural-Endung ist anscheinend zu einem femininen Singular geworden):  

„Eine Arcanabula, manchmal auch als Orizon bekannt, ist die Bezeichnung für ein Arbeitszauberbuch eines Magiers; oft ein Sammelsurium von Zaubersprüchen (einschließlich einiger, die für den Autor unbrauchbar waren) und Forschungsnotizen sowohl für die darin enthaltenen fertigen Zaubersprüche als auch für noch in Arbeit befindliche Zauberformeln. … Eine Arcanabula unterscheidet sich konzeptuell von einem Wanderzauberbuch, als dass letzteres im Allgemeinen eine destillierte Kopie eines oder mehrerer Arcanabulae ist. Die Forschungsnotizen fehlen jedoch aus Gründen der Kompaktheit, obwohl die meisten Wanderzauberbücher mit den verbleibenden leeren Seiten fast zwangsläufig zu Arcanabulae werden“. 

 Chris Dench is a composer I first met on a tram when I was about 19. I did not know who he was then but would later become fascinated by his music. 12 years ago I approached him for a bassoon piece. He had written a lot for wind instruments but never for bassoon. He then suggested I play his piece E/meth originally for oboe. I played this piece a number of times but was delighted when he told me in 2019 that he was finally ready to write for bassoon – this piece being the result. 

One aspect I love about Chris’ music is how lyrical he writes in his modern idiom. For me, his music requires traditional music sensibilities beautiful sound and a traditional approach to musical phrasing. This piece is in 38 different sections or spells utilizing the different colours and moods of the bassoon. The piece has a real fantastical character which is emphasized by the wizard costume I wear to perform it. (James Aylward)

 „Chris Dench ist ein Komponist, dem ich zum ersten Mal in einer Straßenbahn begegnete, als ich etwa 19 Jahre alt war. Damals wusste ich nicht, wer er war, aber später hat mich seine Musik fasziniert. Vor 12 Jahren bat ich ihn um ein Stück für Fagott. Er hatte viel für Blasinstrumente geschrieben, aber nie für dieses Instrument. Er schlug mir dann vor, sein Stück E/meth zu spielen, das ursprünglich für Oboe komponiert war. Ich habe dieses Stück einige Male gespielt, war aber hocherfreut, als er mir 2019 mitteilte, dass er endlich bereit sei, auch etwas für Fagott zu schreiben – das Resultat ist dieses Stück. 

Ein Aspekt, den ich an Chris‘ Musik liebe, ist, wie lyrisch er in seinem modernen Duktus schreibt. Für mich erfordert seine Musik klassisches Musikempfinden – schönen Klang und einen traditionellen Ansatz für die musikalische Phrasierung. Dieses Stück besteht aus 38 verschiedenen Abschnitten oder Zaubersprüchen, die die verschiedenen Farben und Stimmungen des Fagotts nutzen. Das Stück hat einen tatsächlich fantastischen Charakter, der durch das Zaubererkostüm, das ich bei der Aufführung trage, noch unterstrichen wird.“ 

 

Milica Djordjevic: Nailing Clouds (2019) für Fagott (10′) 

Nailing Clouds, eine Auftragskomposition des 68. ARD Musikwettbewerbs an die serbische Komponistin Milica Djordjević, ist das zweite Stück, dem sich James Aylward an diesem verregneten Tag in der Leipziger Kulturnhalle widmet. Nailing Clouds beginnt leise, kaum hörbar, wellenförmig, abrupt endend, dann wieder laut ausschlagend. Djordjevic schreibt L’art pour l’art, Musik ohne politisches Statement, ohne Agenda, nur für die Kunst, für den Ausdruck. Doch sie soll etwas bei den Zuhörenden auslösen, sie verstören, berühren. „Worauf es wirklich ankommt, ist, dass niemand gleichgültig bleibt.“  (Milica Djordjević, Portraitfilm, 2016) 

The piece Nailing Clouds was written for the ARD competition in 2019 and is probably the most deceptive of the pieces here.  It requires a large palette of different bassoon colours. The sound which is probably the most defining feature of the instrument is contorted in various ways by various extended techniques and pushed to the extremes. The piece opens with the softest sounds possible and also asks the performer to force the loud parts so they become quite percussive and distorted. A juxtaposition of nailing and clouds. It also gives a lot of room for the personality of the performer. While working with Milica for the performance I did in January in Berlin she told me how the piece was performed a number of times during the competition in 2019 with very different interpretations. (James Aylward)

 „Das Stück Nailing Clouds wurde für den ARD-Wettbewerb im Jahr 2019 geschrieben und ist wahrscheinlich das trügerischste der hier aufgeführten Werke. Es erfordert eine große Palette an verschiedenen Farbnuancen des Fagotts. Der Klang, wohl das prägendste Merkmal des Instruments, wird durch verschiedene erweiterte Spieltechniken auf unterschiedliche Weise verzerrt und in die Extreme gedrängt. Es beginnt mit den leisest möglichen Klängen und zwingt den Interpreten ebenso dazu, die lauten Teile zu forcieren, so dass sie ziemlich perkussiv und verzerrt wirken. Eine Konfrontation von Nailing und Clouds. Es gibt auch viel Raum für die Persönlichkeit des Ausführenden. Während der Arbeit mit Milica für die Aufführung im Januar in Berlin erzählte sie mir, dass das Stück während des Wettbewerbs 2019 mehrmals mit sehr unterschiedlichen Interpretationen gespielt wurde.“ 

Sascha Janko Dragicevic: Autogamie (2005) für Fagott und Elektronik (9′) 

Den Titel seines in mehreren Versionen existierenden Stückes ‚autogamie entnahm Dragicevic der Biologie. „Autogamie“ bedeutet Selbstbefruchtung, und dieses Phänomen schlägt sich auf konstruktiver Ebene nieder. Zugrunde liegt ein formaler Code von zehn – abwechselnd dynamischen und statischen – Teilen, aus dem sich alle Zeitparameter und musikalischen Gestalten, alle Bewegungsmuster ableiten. Das geht soweit, dass zehn großformale Gliederungselemente jeweils in zehn Phrasenabschnitte unterteilt sind, die wiederum aus zehn rhythmischen Bausteinen zusammengesetzt sind. 

Alle Teile der drei Ebenen zeichnen sich durch gleiche Proportionen und Charakteristika aus, worin sich eine ideelle Analogie zur fraktalen Geometrie festmachen lässt. In den dynamischen Teilen dominieren nervöse mikrotonale Figuren, die kontrapunktisch dicht verwoben sind. „Es herrscht Ruhe- und Rastlosigkeit, die Gestalten“, so Dragicevic, „fliegen wie wilde Vögel ohne Verbindung zur Erde umher“. 

Dagegen sind die statischen Teile von flächigen und gedehnten Liegeklängen geprägt. Sie bewegen sich wie Pflanzen, die fest im Erdboden verwurzelt sind und sachte hin und her schwingen. Dragicevic überträgt diesen Kontrast auf die vier Temperamente. Während er mit den dynamischen Teilen das Sanguinische und Cholerische assoziiert, setzt er die statischen Teile mit dem Phlegmatischen und Melancholischen gleich. „Diese gegensätzlichen Charaktere sind nach meinem Empfinden im Fagott wie in kaum einem anderen Instrument enthalten. Das heißt, dass die Grundidee dieser sehr abstrakten Struktur meiner subjektiven Fagott-Rezeption entspringt.“ 

Dragicevic knüpft nicht am tradierten Fagottklang an, sondern eben am experimentellen Ansatz von Johannes Schwarz. Entstanden ist autogamie in engem Kontakt mit ihm. Die Version 4 für Fagott, Live-Elektronik und elektronische Zuspielklänge stammt von 2005/06. Zwar ist der elektronische Part unmittelbar in die strukturelle Disposition einbezogen; gerade durch das Zusammenwirken beider Sphären stechen aber, nun im Sinne gegenseitiger „Befruchtung“, auch klangsinnliche Dimensionen hervor. „Die elektronischen Klänge folgen dem Fagott wie der Schweif dem Kometen, sie vollziehen seine Bewegungen nach, umhüllen es, unterstreichen seine Ausbrüche und schweigen, wenn es schweigt.“ 

(Werkkommentar von Egbert Hiller)

Autogamie is a piece which I have performed the most from this program and each time I discover some new aspects to the piece.  It is a very impressive piece, relentless and normally with a quadrophonic setup.“ (James Aylward)

„Autogamie ist ein Stück, das ich aus diesem Programm am häufigsten gespielt habe und jedes Mal entdecke ich Aspekte an dem Stück neu. Es ist ein sehr beeindruckendes Werk, unerbittlich und normalerweise mit einem quadrophonen Aufbau.“    

Jacques Zafra: Doji (2021) für Fagott und Elektronik (9′), Uraufführung 

Der Doji (jp: 同事, gleiches Thema) ist ein Muster, das sich häufig in Kerzendiagrammen in der Analyse von finanziell gehandelten Vermögenswerten (Aktien, Anleihen, Futures) finden lässt, in diesem speziellen Fall von Bitcoins. Es zeichnet sich durch kurze Längen, also besonders kleine Handelsspannen aus, in denen Eröffnungs- und Schlusskurs der Aktien quasi identisch sind. Im Gegensatz zu traditionellen Finanzmärkten, die sieben Stunden pro Tag, von Montag bis Freitag arbeiten, hat der Markt der Kryptowährungen keine Schließzeiten, er ist permanent geöffnet. 

Im Stück Doji werden verschiedene Zeiträume dieses Finanzmarktes dargestellt. Der Beginn der Komposition bezieht sich auf die kleinste Einheit, was sich in schnellen und konstanten melodischen Bewegungen widerspiegelt. Im weiteren Verlauf werden die Zeitverhältnisse immer länger, dabei nicht konsequent linear verlaufend. In klanglicher Hinsicht bedeutet dies zunehmend lange und langsame Klänge.  

 Ebenso wie der Markt für Kryptowährungen besitzt das Stück keine wirklichen Pausen, ist in ständiger Bewegung, wobei der gesamte Tonumfang des Fagotts erkundet wird. Obwohl die Idee der Komposition auf etwas scheinbar so Unmondänem wie dem Aktienmarkt basiert, steht dahinter das Bedürfnis, über menschliches Verhalten nachzudenken. Über Folgen (fehlender) Distanz, mit der wir jedes Phänomen, jede uns umgebende Situation, analysieren. Manchmal fehlt der nötige Abstand, um sich mit eigenen Problemen oder Ideen auseinanderzusetzen. Wenn man jedoch ein wenig herauszoomt, sieht man „das große Ganze“ und kann die Situation klarer beurteilen. Manchmal fehlt aber auch die Entscheidungsmacht über einen solchen Perspektivwechsel, der es uns ermöglichen würde, das Problem zu analysieren.  

Ähnlich wie bei der Doji-Kerze.  (Werkkommentar Jaques Zafra)

Doji is a piece written specially for this concert. […] The piece has machine-like or otherworldly qualities particularly in the electronic part, but Jacques also imbues a human element. For me this represents the violent fluctuations that can be typical of the stock market but also finally an acceptance of the nature of this beast.“  (James Aylward)

Doji ist ein Stück, das speziell für dieses Konzert geschrieben wurde. […] Es hat etwas maschinenhaftes oder jenseitiges, vor allem im elektronischen Teil, aber Jacques lässt auch ein menschliches Element einfließen. Für mich repräsentiert es die heftigen Schwankungen, die typisch für die Börse sein können, aber letztlich auch eine Akzeptanz der Natur dieses Ungetüms.“ 

Adrian Kleinlosen: Jazz: Fetzen op. 3b (2015-16/2018) für Fagott und Elektronik (10′) 

Den Abschluss des Fagott Solo Konzerts bildet Jazz: Fetzen von Adrian Kleinlosen, eine Bearbeitung der Komposition Jazz für Fagott, Klavier, Kontrabass, Drumset, DJ und Live-Elektronik, hier nun in reduzierter Form aufgeführt durch Fagott und Elektronik. Der hektische Stil des Komponisten lässt dem Fagottisten keine Ruhe. Schnelle Tonwechsel, komplexe Notation, irreguläre, gegeneinander verlaufende Rhythmen und sogenannte Mikrotonalität zeichnen die dem britischen Komponisten Brian Ferneyhough zugeschriebene Kompositionsströmung des Komplexismus aus. Und all das zeigt sich auch in Jazz: Fetzen, wobei hier zusätzlich noch improvisiert wirkende Passagen Rückschlüsse auf Kleinlosens Ausbildung zum Jazzposaunisten ermöglichen. Dicht, aufgeregt, unruhig und doch durch den Verzicht auf harte Brüche, hervortretende Einwürfe oder starke dynamische Schwankungen abgerundet, verläuft die unruhige Komposition in geordneten Bahnen. Ein Scheinwiderspruch, der sich auch nach mehrmaligem Hören nur partiell auflösen lässt. Hier entsteht kein emotionaler Abdruck der Musik bei den Zuhörenden, keine ästhetische Emotion-Evozierung wird benötigt, um die kathartische Kapazität des Stückes zu entfalten. Wie dies gelingt, kann sich jede:r beim Erleben von Jazz: Fetzen nur selbst beantworten.  

Jazz:Fetzen was originally an ensemble piece with a solistic bassoon part. I was involved in the premiere at the Lucerne Festival and remained friends with Adrian. Because of the difficulties of organising and performing this piece, I suggested he write a bassoon and tape version which I have performed a number of times.  Like ‘Autogamie’ and ‘Nailing Clouds’, this piece has grown through my repeat performances. It is notated in a very complex manner, but this gives it a lot of energy and an improvised feel that could not be possible if done differently.“  (James Aylward)

Jazz:Fetzen“ ist ursprünglich ein Ensemblestück mit solistischer Fagottstimme. Ich war an der Uraufführung beim Lucerne Festival beteiligt und blieb auch im Nachhinein mit Adrian befreundet. Wegen der Schwierigkeiten, dieses Stück zu organisieren und aufzuführen, schlug ich ihm vor, eine Version für Fagott und Tonband zu schreiben, die ich nun bereits mehrfach aufgeführt habe. Wie ‚Autogamie‘ und ‚Nailing Clouds‘ ist auch dieses Stück in meinen wiederholten Aufführungen gewachsen. Es ist sehr komplex notiert, aber das gibt ihm eine Menge Energie und ein improvisiertes Gefühl, das sich anders nicht erreichen ließe.“ 


 Künstler:innen 

Chris Dench wurde 1953 in London geboren. Nach Aufenthalten in der Toskana und West-Berlin als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ließ er sich in Australien nieder. Er hat Werke im Auftrag von Ensembles und Einzelpersonen auf drei Kontinenten komponiert und ist vor allem als Komponist für Solo-Holzblasinstrumente bekannt, für die er bisher vierzehn Stücke schrieb. Seine Werke wurden in Europa, Australien, Nordamerika und Asien in zahlreichen Aufführungen, Aufnahmen und Sendungen gespielt, u. a. beim Huddersfield Festival, den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik, Music of Changes in Los Angeles, dem Clarice Smith Performing Arts Center in Maryland, den Hong Kong ISCM/ACL World Music Days, dem ForumMusic Taipei und in der Wüste Gobi. Chris Dench wurde im Jahr 1992 australischer Staatsbürger und lebt heute in Newcastle, NSW. 

Milica Djordjević, geboren 1984 in Belgrad, Serbien, studierte Komposition an derFakultät für Musikin Belgrad, wo sie auch ihre Studien der Klangregie und Produktion sowie einen zusätzlichen Studiengang in elektronischer Musik absolvierte. Ihr Postgraduiertenstudium hat sie am Conservatoire National de Région de Strasbourg in der Klasse von Ivan Fedele (2007–2009) mit Höchstnote und Auszeichnung abgeschlossen. Von 2011 bis 2013 absolvierte sie ein Zusatzstudium bei Hanspeter Kyburz an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Djordjević besuchte zahlreiche Meisterkurse, Workshops und Festivals, u. a. ISCM World New Music Days 2011 (Zagreb, Kroatien), Ars Musica (Brüssel, Belgien, 2009), Festival Musica (Straßburg, Frankreich, 2009), 44. Internationale Ferienkurse für Neue Musik (Darmstadt, Deutschland, 2008) und wurde mit zahlreichen internationalen Preisen und Anerkennungen ausgezeichnet. 

Sascha Janko Dragićević, 1969 in Bonn geboren, studierte an der Musikhochschule Köln Komposition, elektronische Komposition sowie Klavier und Kammermusik. Er studierte zeitgenössische Kammermusik bei Christoph Caskel, Improvisation bei Paulo Álvares und belegte Kompositionskurse bei Klaus Huber, György Ligeti, Helmut Lachenmann, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und Georg Katzer. Seine Werke wurden auf renommierten Festivals und Reihen gespielt, wie z. B. Wien Modern, dem Internationalen Beethovenfest Bonn, Reihe Unerhörte Musik (BKA Berlin), Reihe Generator Zürich, Forum Neue Musik Luzern oder dem Posener Frühling. 2012 arbeitete er als Artist in Residency am Institute for Computermusic and Sound Technology (ICST) in Zürich. Sascha Dragićević lebt in Berlin. 

Jacques Zafra, geboren 1986 in Mexico, studierte Komposition (MA) an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, wo er auch weitere Meisterklassen belegte. Von 2007 bis 2012 studierte er Komposition und Musiktheorie an der CIEM in Mexiko. 2009 studierte er zudem Dirigieren bei Sergio Cardenas und erhielt weiterführende Studien bei Gonzalo Romeu und Miguel Salmon. 2012 schloss er als Diplommusiker im Fach Gitarre an der Royal School of Music in London ab. Seine Musik wurde in Kroatien, Ungarn und Mexiko im Radio übertragen. Sein Werk „Xochitepec desde mi cuarto“ wurde im Jahr 2012 ausgewählt, um Mexiko beim Internationalen Rostrum of Composers der UNESCO in der Kategorie „unter 30“ zu repräsentieren. Zafra promoviert derzeit im Fach Komposition an der University of California San Diego (UCSD).  

Adrian Kleinlosen wurde 1987 in Wyk auf Föhr geboren. Er wurde auf der Posaune ausgebildet, gewann früh Preise und Wettbewerbe und war Mitglied des Bundesjugendjazzorchesters. In Graz studierte er Jazzposaune, anschließend Komposition in Luzern. Danach ein Meisterklassenstudium im Fach Komposition an der HMT Leipzig, wo er von 2015-2021 in Musikwissenschaft promovierte. Sein kompositorisches Schaffen wurde mit mehreren Stipendien ausgezeichnet, so von der Anna Ruths-Stiftung, der Kulturförderung des Freistaates Sachsen, dem Else-Heiliger-Fonds, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, dem Land Brandenburg und dem Land Niedersachsen. Kleinlosen ist seit 2015 Vorstandsmitglied von forma Leipzig e. V. 

James Aylward wurde 1979 in Australien geboren. Er studierte Fagott in Melbourne und gewann bereits als Student Wettbewerbe. Weitere Studien folgten in den Niederlanden, nach deren Abschluss er Stellen als stellvertretender Solist gewann, zunächst im Auckland Philharmonia in Neuseeland, anschließend im West Australian Symphony Orchestra. Er setzte in Amsterdam bei Pascal Gallois seine Ausbildung im Bereich der Neuen Musik fort. Er ist freiberuflich sowohl in der Neuen Musik als auch mit den großen niederländischen Orchestern tätig.